Arterio-venöse Malformation (AVM)

Zerebrale arterio-venöse Malformationen sind direkte Kurzschlussverbindungen zwischen Arterien (hoher Blutdruck) und Venen (niedriger Blutdruck) im Hirngewebe. Es fehlt ein dazwischen geschaltetes Gewebe. Durch diese kranklhaft A-v Verbindung entsteht ein Gefäßknoten. Daher werden die AVMs auch Angiome genannt.

Es handelt sich um angeborene Fehlbildungen, die sich im Laufe des Lebens durchaus vergrößern können. Beide Geschlechter sind ähnlich häufig betroffen. In aller Regel haben die Betroffenen nur eine AVM. In unseren Breitengraden wird die Diagnose AVM jährlich bei 1-2 Patienten pro 100 000 gestellt.

Anders als bei den Aneurysmen werden die AVM deutlich seltener zufällig gefunden. Die häufigsten zur Diagnose führenden Symptome sind Blutungen (ca. 50 %) und Anfälle (20 %). Der Rest entfällt auf Kopfschmerzen, neurologische Ausfälle (z.B. Sehstörungen, wenn die AVM im Hinterhaupt lokalisiert ist) oder zufällig entdecke AVMs. Bleibt eine diagnostizierte AVM unbehandelt, so treten bei sehr vielen Patienten irgendwann im Verlauf Anfälle auf.

Zwei offensichtliche Kriterien, nach denen man AVMs unterscheidet, sind zum Einen die Größe, zum Anderen die Lokalisation im Gehirn. Viele Symptome und auch viele therapeutische Entscheidungen leiten sich aus diesen Kriterien ab. Aber so einfach ist es natürlich nicht, denn die hier geschilderte Erkrankung ist sehr heterogen und damit von Fall zu Fall immer wieder anders.

Grundsätzlich stehen die folgenden therapeutischen Optionen zur Verfügung: Abwarten, Bestrahlung, Operation und endovaskuläre Therapie, bzw. Kombinationen dieser Verfahren. Es bedarf einer detaillierten Analyse der Gesamtsituation, also der Lebenssituation des Patienten und der AVM selbst, um einen Therapievorschlag zu erarbeiten. Bitte wenden Sie sich an unsere Neurovaskuläre Sprechstunde. Eine Katheterangiographie der Hirngefäße ist in der Regel unerlässlich.

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